Gefühlte Formen
Mein erster Workshop wird fünf Jahre alt!
Wie alles angefangen hat, könnt ihr hier nachlesen.
2021 habe ich auf Sizilien die ersten Gefühlten Formen gezeichnet. Damals hatte ich wenig Zeichenmaterial dabei und war wenig daran interessiert meine Umgebung einfach nur “abzumalen”. Mit einem Graphitstift habe ich intuitiv angefangen Flächen zu zeichnen – ganz frei, ohne Ziel.
Schnell hat sich jedoch eine Beziehung zur Zeichnung aufgebaut. Es war nicht mehr egal, was ich gezeichnet habe, sondern ich konnte spüren, was die Zeichnung brauchte.
Auf diese Weise habe ich mich sehr verbunden mit dem Moment sowie der entstandenen Form gefühlt.
Interessanter Weise hatten die Formen dann doch eine Menge mit meiner Umgebung zu tun.
Zurück in Berlin wollte ich diese Erfahrung gerne teilen. Ich wollte aufmerksam machen: Auf die Kraft des freien Zeichnens, aber auch auf den Bezug zu unserer Umgebung und zu uns selbst – zeigen, wie alles zusammenhängt und sich gegenseitig beeinflusst.
Ein sehr besonderer Ort in Neukölln ist der Körnerpark, der unerwarteter Weise zwischen den dichten Häuserreihen in seinen neobarocken Garten lockt. Der perfekte Platz für einen Open-Air-Workshop.
Vielleicht auch, weil er das italienische Flair noch etwas weiter trug.
Auf kleinen A4 Postern machte ich Werbung im Kiez. Gekommen sind eigentlich nur mir schon bekannte Gesichter. Aber es war ein Anfang!
Der Park bot uns nicht nur gute Inspiration für unsere Formen, sondern auch viel Spielraum die entstandenen Zeichnungen den anderen zu präsentieren sowie Gedanken und Assoziationen dazulassen.
In diesem Sommer war ich nahezu im Formenfieber. Ich erinnere mich, wie ich im Schrebergarten einer Freundin saß und vom vielen Zeichnen immer wieder sehr durstig geworden bin.
Denn das ist das besondere an diesen Zeichnungen: Man muss konzentriert Kraft aufwenden und fühlt sich gleichzeitig gestärkt.
Nach einer kleinen Pause tauchten sie 2023 wieder im Sizilienurlaub auf: die Gefühlten Formen. Zeichnungen aus dem Skizzenbuch nutzte ich hier und da als Flyermotiv, um damit inzwischen auch online andere zum gemeinsamen Zeichnen einzuladen.
In diesem Sommer habe ich die Gefühlten Formen etwas abgeändert und einen Workshop zum Formenspielen im Park angeboten. Dieses Mal haben sich viele neue Gesichter mit den bekannten gemischt.
Gefühlte Formen in Griechenland, 2023.
Seither biete ich diese Art des intuitiven Zeichnens regelmäßig als Online-Workshop an und greife selbst immer wieder auf sie zurück. Vor allem, wenn ich am Reisen bin. Denn für sie muss man sich nichts “ausdenken”, sie kommen von alleine und bieten einem einen guten Anker, gerade für unterwegs.
Gefühlte Formen in den USA, 2024.
Gefühlte Formen in Rom, 2024.
Die Gefühlten Formen sind für mich die perfekte Schnittstelle zwischen freiem und therapeutischen Zeichnen. Durch diese intuitive und doch geführte Art entwickelt sich eine ganz achtsame Haltung, die uns ermöglicht im Moment, bei der Zeichnung und uns selbst zu sein.
Und da sie so gut meine Arbeit verköpert, möchte ich euch zum gemeinsamen Zeichnen einladen.
Gefühlte Formen in Rom, 2024.